Sind Feminist*innen wirklich so friedfertig wie viele Studien nahelegen? Katharina Karchers Studie Sisters in Arms widerlegt diese Annahme anhand von vielen bisher unbeachteten Beispielen aus der deutschen Frauenbewegung.   

Cordula Trunk schreibt: “Der Band ist die erste umfangreiche Untersuchung von konfrontativen und militanten Taktiken in den Aktivitäten der Feminist*innen nach dem 2. Weltkrieg. Karcher fokussiert sich auf drei Themenfelder, die entscheidend für die Rote Zora waren: der Kampf gegen das Abtreibungsverbot, Gewalt gegen Frauen und sexistische Werbung sowie internationale Frauensolidarität. Die Aktivist*innen betrachteten, „die Ausbeutung von Frauen als eine der frühesten und am weitesten verbreiteten Formen der Unterdrückung und als Herrschaftsprinzip der westlichen Gesellschaft“ (S. 106). Dass feministische Protestaktionen in Westdeutschland kreativ und provokativ waren, ist bereits weithin anerkannt. Wenig Wissen besteht allerdings über die vielfältigen militanten beziehungsweise konfrontativen Aktionen gegen sexistische Unterdrückung: So übernahm allein die Rote Zora zwischen 1977 und 1988 die Verantwortung für 45 Brand- und Bombenanschläge, bei denen sie bewusst nur Sachschäden verursachten.”

In ihrem Vortrag präsentiert Katharina Karcher Schlüsselkonzepte und zentrale Ergebnisse ihrer Forschung zu feministischer Militanz in der BRD und geht näher auf Fragen ein, die Feminist*innen in den 1970er und 1980er beschäftigt haben und bis heute relevant sind, wie zum Beispiel solche nach transnationaler Solidarität und dem Kampf gegen den Paragraph 218.


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Programm im Sommersemester 2019 – Queergehört! · 18. Juni 2019 um 16:51

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