Der Vortrag wird sich auf meine Erfahrung als Tänzerin berufen und nach verkörperten, normierten und normierenden gesellschaftlichen Verhältnissen in der Bewegung, sowie in Tanz-/Bewegungsräumen suchen. Ebenso interessiert mich das queeren, politische Ermächtigungspotential von Tanz im Allgemeinen, und vom CI (Contact Improvisation) im spezifischen. Chris Tedjasukmana schreibt in dem Essay „Feel Bad Movement- Affekt, Aktivismus und queere Gegenöffentlichkeiten“ (2017), dass queere Politik in besondere Weise an intime, biografische Fragen von Körper, Identität, Geschlecht und Sexualität gebunden ist. Bietet uns Tanz/ Contact Improvisation als Form einen Untersuchungsgegenstand an, an dem wir soziale, verkörperte Normen reflektieren, hinterfragen und neu erfinden können?

Diana Thielen (*1982) ist Tänzerin/Performerin/Bloggerin (movementactivism.com). Sie erhielt ihre Ausbildung zeitgenössischen Tanztechniken am SEAD/Salzburg und ist Studentin der Gender Studies/ Erziehungswissenschaften an der HU Berlin. Dianas diverse Arbeiten beinhalten interdisziplinäre Perspektiven, die sich sowohl auf ihr Interesse an Queer-Theory, intersektionalem Feminismus und Postkoloniale Studien beziehen, als auch private Lebensrealitäten als lesbisch lebende Frau* mitdenken und untersuchbar machen. Sie war u.a. beim Tanz- und Performancefestival FRESH! (2018/San Francisco/USA), beim Internat. feministischen Kunstfestival Chouftouhonna (2017/Tunis/Tunesien) und der Internat. Bühnenwerkstatt (2016, Graz, Österreich) eingeladen. Dianas Unterrichtstätigkeiten bewegen sich in diversen Feldern: So hält sie u.a. einen Workshop (Contact Improvisation as a tool to self-empowerment) für queere Menschen in Marokko und bietet beim Forum Praxis des Theatertreffens der Jugend in Berlin gemeinsam mit der Theatermacherin Alisa Tretau eine Fortbildung in queer-feministische Perspektiven auf performative (Selbst-) Inszenierungen an.

Kategorien: Vorlesung

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